Manuelle Medizin

Manuelle Medizin

Über ein Drittel aller Patienten in einer HNO-Praxis leiden unter Beschwerden, die von der Halswirbelsäule (HWS) ausgelöst oder verstärkt werden.

Die Ursache dieser Beschwerden liegt in einem „Funktionellen Defizit“ (sog. „Blockierung“) im Bereich der oberen HWS. Neuere Untersuchungen unterstreichen, dass hierbei vor allem die Rezeptoren in der tiefen Nackenmuskulatur im Kopfgelenksbereich die Beschwerden im HNO-Bereich auslösen. Beim „funktionellen Defizit“ wie auch bei den Muskelverspannungen handelt es sich um reversible Störungen, die durch Manualtherapie sehr erfolgreich behandelt werden können. Das bedeutet, dass diese Krankheitsbilder im HNO-Bereich sehr erfolgreich therapiert werden können.

Während in früheren Jahren hierbei die Chirotherapie im Vordergrund stand, ist diese Technik durch ungefährliche Techniken wie zum Beispiel osteopathische Techniken und die Atlas-Impuls-Therapie nach ARLEN sehr stark in den Hintergrund gedrängt worden, so dass auch älteren Patienten sehr oft noch sehr gut geholfen werden kann.
Sehr viele Kopfschmerzbilder - und hier nicht nur die Nacken-Hinterkopf-Schmerzen, sondern auch Schmerzen im Stirn- und Wangenbereich - können manualtherapeutisch angegangen werden. Eine weitere Domäne der Manualtherapie ist die Behandlung von Schwindelbeschwerden. Nach unserem Patientengut muss davon ausgegangen werden, dass ca. 40% aller Schwindelbeschwerden vertebragener (d.h. HWS-bedingter) Natur sind.

Typische Beschwerden im HNO-Bereich sind auch geringgradige Schwerhörigkeiten, meist im Tieftonbereich und vor allem auch Ohrschmerzen „ohne Mittelohrberfund“, z.B. Ohrdruckgefühl. In seltenen Fällen kann auch ein Tinnitus durch eine Manualtherapie erfolgreich angegangen werden.


Prof. Dr. M. Hülse bei einer Manualtherapie

Missempfindungen im Hals (sog. Globus oder „Fröschlein“ im Hals), Räusperzwang oder Schluckstörungen beim Leerschlucken sind sehr oft HWS-bedingt. Es gibt sicher reine HWS-bedingte Stimmstörungen mit Heiserkeit und schneller Ermüdbarkeit der Stimme, diese sind allerdings wohl eher selten. Fast regelmäßig finden sich aber bei funktionellen Stimmstörungen (hyperfunktionelle Dysphonie) zusätzliche HWS-Verspannungen, so dass eine Stimmübungsbehandlung beim Logopäden erst dann erfolgreich sein kann, wenn zuvor die HWS behandelt wurde.

Erst in den letzten Jahren werden zunehmend die Zusammenhänge zwischen den Kiefergelenksstörungen und den Kopfgelenksstörungen erforscht. Es zeigt sich immer deutlicher, dass die Anpassung einer Aufbissschiene (z.B. beim Knirschen) erst nach einer HWS-Behandlung erfolgreich durchgeführt werden kann.
Prof. Dr.med M. Hülse etablierte langjährig manualtherapeutische und osteopathische Techniken, welche durch Frau Dr.med. Ines Repik erfolgreich weitergeführt werden. Zusätzlich wird Akupunktur angeboten.

Die Untersuchung der vertebragenen Störungen erfolgt im Zentrum für Neurootologie der Universitäts-HNO-Klinik. Termine können über die Terminvergabe der Klinik vereinbart werden (0621 / 383-1600).

Da diese Ambulanz allerdings keine Kassenzulassung für Manualtherapie hat, muss die Behandlung der HWS-Störungen kassenärztlich durch einen niedergelassenen Orthopäden erfolgen.

Die Manualtherapie an der Universitäts-HNO-Klinik Mannheim kann nur privatärztlich erfolgen.